Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat die Transporte der Jülicher Castor-Behälter in das Zwischenlager Ahaus genehmigt.
Ein konkreter Starttermin steht derzeit noch nicht fest – frühestens ist mit Transporten ab dem 4. Quartal 2025 zu rechnen. Vorher sind weitere Abstimmungen mit Aufsichts- und Sicherheitsbehörden erforderlich.
Die UWG JÜL setzt sich in dieser Debatte für Sachlichkeit und Transparenz ein. Klar ist: Ahaus ist keine abschließende Lösung. Darum veröffentlichen wir einen kompakten Faktencheck, der die Argumente Pro und Contra darstellt. Unser Ziel bleibt: Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und eine faire Entlastung für Jülich.
Faktencheck: Pro und Contra Transport nach Ahaus
Pro Transport nach Ahaus
- Rechtslage und Vollzug: Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat 2024 die Rechtmäßigkeit der Transporte bestätigt. Das BASE sieht den Transport als umsetzbare Option.
- Sicherheits- und Genehmigungssituation: Das alte Zwischenlager in Jülich hat seit 2013 keine gültige Genehmigung mehr. Seit 2014 besteht eine Räumungsanordnung.
- Rückbau-Perspektive: Die Räumung könnte Prozesse am Standort Jülich entflechten und den Rückbau planbarer machen.
- Kostenvergleich: Transport und Lagerung in Ahaus für ca. 50 Jahre werden auf etwa 150 Mio. Euro geschätzt. Ein Neubau in Jülich läge bei rund 550 Mio. Euro.
Contra Transport nach Ahaus
- Keine abschließende Lösung: Ahaus ist nur ein Zwischenlager. Weitere Transporte, Kosten und Polizeieinsätze sind damit unausweichlich.
- Transportweg-Risiken: Die Strecke führt durch dicht besiedelte Gebiete. Polizei und Fachgewerkschaften haben auf hohen Aufwand und Risiken hingewiesen.
- Kommunale Aspekte: Belastungen für Ahaus ohne dauerhafte Gegenleistung, hoher Bedarf an Transparenz und Mitsprache.
- Fortbestehende Lagerung in Jülich: Auch nach Abtransport wird beim Rückbau weiterer radioaktiver Abfall anfallen, der sicher gelagert werden muss.
- Finanzielle Aspekte: Ein Zwischenlager in Jülich könnte der Kommune jährliche Ausgleichszahlungen sichern – bislang blieb Jülich trotz jahrzehntelanger Belastung ohne Kompensation.
- Arbeitsplätze und Infrastruktur: Eine fortgesetzte Lagerung in Jülich würde Arbeitsplätze sowie die Rolle der Werksfeuerwehr langfristig stärken.
- Restrisiken: Zwischenlager bergen überall Restrisiken – in Jülich wie in Ahaus. Diese müssen durch Sicherheitskonzepte bewertet und minimiert werden.
Bürger-FAQ (laufend aktualisiert)
- Trifft die Stadt Jülich eine Entscheidung über den Transport?
Nein. Zuständig sind die Fachbehörden und der Betreiber. Die Stadt informiert und sammelt Bürgeranliegen. - Warum erfolgt ein Transport in ein Zwischenlager und nicht direkt ins Endlager?
Endlagerstandorte und -zeiträume unterliegen eigenen, langfristigen Verfahren. Zwischenlager sind gesetzlich vorgesehene Übergangslösungen. - Gibt es bereits einen festen Termin?
Nein. Frühester Beginn ist Ende 2025. Konkrete Termine werden rechtzeitig veröffentlicht. - Welche Route wird genutzt?
Routenfestlegungen erfolgen aus Sicherheitsgründen durch die Behörden. Sobald Informationen freigegeben sind, verlinken wir sie hier. - Wie wird die Sicherheit entlang der Strecke gewährleistet?
Durch technische Standards der Behälter, behördliche Auflagen und polizeiliche Begleitung. - Welche Rolle hat die Werksfeuerwehr des FZJ?
Sie kann unterstützend tätig werden. Federführend sind jedoch die zuständigen Behörden. - Entstehen der Stadt Jülich zusätzliche Kosten?
Die Verteilung der Kosten erfolgt nach geltenden Zuständigkeitsregeln. Wir informieren, sobald konkrete Zahlen vorliegen. - Wie bleibe ich auf dem Laufenden?
Über unsere Homepage, Social Media und ggf. eine geplante offene Sprechstunde. Zudem verlinken wir Fachinformationen der Behörden. - Wohin mit Detailfragen zur Technik der Behälter und Lagerung?
Bitte an die zuständigen Fachbehörden oder den Betreiber. Wir stellen ergänzend eine Linkliste bereit. - Was ist der Unterschied zwischen Zwischen- und Endlager?
– Zwischenlager: zeitlich befristete, genehmigte Lagerorte.
– Endlager: dauerhaft ausgewiesene Anlagen, die ein gesondertes, langjähriges Verfahren durchlaufen.
Fazit
Die Debatte über die Zukunft der Jülicher Castoren ist komplex. Klar ist: Es handelt sich nicht um eine abschließende Lösung, sondern um eine Zwischenentscheidung.
Ob ein Transport nach Ahaus oder eine fortgesetzte Zwischenlagerung in Jülich sinnvoller ist, muss sachlich und transparent diskutiert werden. Die UWG JÜL bringt sich dafür aktiv ein – mit Fakten, klaren Leitplanken und offenem Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.
Fragen und Hinweise nehmen wir jederzeit über unsere Social-Media-Kanäle oder per E-Mail entgegen.